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Pflegepaket: Pflegehilfsmittel monatlich zu Hause

Das Pflegepaket bündelt Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, die zu Hause regelmäßig benötigt werden. Bei anerkanntem Pflegegrad und häuslicher Pflege übernimmt die Pflegekasse die Kosten im gesetzlichen Rahmen.

Was ist ein Pflegepaket?

Der Begriff Pflegepaket beschreibt die monatliche Lieferung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch direkt an die pflegebedürftige Person nach Hause. Inhaltlich ist damit dieselbe Sachleistung gemeint wie bei den Begriffen Pflegebox oder Pflegemittelbox — drei unterschiedliche Namen für eine klar geregelte Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Geregelt ist der Anspruch in § 40 SGB XI. Versicherte mit anerkanntem Pflegegrad, die zu Hause gepflegt werden, haben Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel im Rahmen eines monatlichen Pauschalbetrags. Die Pflegekasse rechnet den Betrag direkt mit dem Anbieter ab — eine Auszahlung an die Versicherten erfolgt nicht.

Geöffnete Pflegepaket-Box mit Einmalhandschuhen, Masken, Desinfektion und Bettschutzeinlagen
Typische Pflegepakete enthalten Verbrauchsprodukte wie Handschuhe, Desinfektion, Schutzmasken und Bettschutzeinlagen.

Pflegepaket, Pflegebox, Pflegemittelbox — sortiert

Mehrere Begriffe für dieselbe Leistung. So sind sie üblicherweise gemeint:

BegriffBedeutung
Pflegepaket Monatliche Lieferung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch.
Pflegebox Anbieter- und Werbe-Begriff für dieselbe Leistung.
Pflegemittelbox Umgangssprachliche Variante, regional verbreitet.
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch Gesetzlicher Leistungsbegriff (§ 40 SGB XI).
Pflegehilfsmittel zur Wiederverwendung Pflegebett, Lifter, Toilettenstuhl — eigener Antrag, nicht Teil des Pflegepakets.

Wer hat Anspruch auf ein Pflegepaket?

Der Anspruch entsteht, wenn drei Voraussetzungen zusammenkommen. Diese sind unabhängig vom konkreten Pflegegrad — auch Pflegegrad 1 reicht aus.

  • Anerkannter Pflegegrad 1 bis 5. Der Pflegegrad wird durch den Medizinischen Dienst (MD) oder MEDICPROOF festgestellt und durch die Pflegekasse bestätigt.
  • Pflege findet zu Hause statt. Häusliche Pflege bedeutet: Pflege durch Angehörige, Bekannte oder ergänzend durch einen ambulanten Pflegedienst — nicht im Pflegeheim.
  • Bedarf an Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch. Die Produkte werden im Pflegealltag tatsächlich benötigt — etwa Handschuhe und Desinfektion für die tägliche Körperpflege.

Was ist in einem Pflegepaket enthalten?

Die genaue Zusammenstellung wählt die pflegebedürftige Person oder die pflegende Angehörige beim Anbieter aus. Typischerweise enthalten sind:

  • Einmalhandschuhe (Nitril, Latex oder Vinyl).
  • Bettschutzeinlagen — saugend oder waschbar.
  • Händedesinfektion und Flächendesinfektion.
  • Schutzschürzen aus Folie.
  • Mund-Nasen-Schutz.
  • Fingerlinge und Mundpflegestäbchen je nach Bedarf.

Pflegehilfsmittel zur Wiederverwendung — etwa Pflegebett, Toilettenstuhl oder Hausnotruf — sind nicht Teil des Pflegepakets. Sie werden über einen separaten Antragsweg beantragt und sind in einem eigenen Hilfsmittelverzeichnis erfasst.

Mehr dazu: Inhalt des Pflegepakets im Detail · Pflegepaket individuell zusammenstellen

Wie hoch ist das monatliche Budget?

Aktuell stellt die Pflegekasse bis zu 42 Euro pro Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bereit. Die genaue Höhe und die rechtlichen Rahmenbedingungen können sich ändern — bitte informieren Sie sich bei Bedarf bei Ihrer Pflegekasse oder einer zugelassenen Pflegeberatung.

Innerhalb dieses Pauschalbetrags fällt für Sie keine Zuzahlung an. Solange der Wert der gewählten Produkte unter dem Betrag bleibt, übernimmt die Pflegekasse die Kosten vollständig.

Mehr dazu: 42 Euro im Monat — so funktioniert die Regelung

Pflegepaket beantragen: So funktioniert es

Die einfachste Variante: Sie wählen einen Anbieter aus, der den Antrag bei der Pflegekasse für Sie übernimmt.

  1. 1.

    Anbieter wählen

    Achten Sie auf eine klare Produktauswahl, monatliche Anpassbarkeit und die Übernahme der Antragsformalitäten durch den Anbieter.

  2. 2.

    Daten online ausfüllen

    Sie geben Name, Versichertendaten, Adresse und den Pflegegrad an. Der Anbieter erstellt daraus den Antrag bei der Pflegekasse.

  3. 3.

    Vollmacht unterschreiben

    Mit einer Vollmacht erlauben Sie dem Anbieter, monatlich direkt mit der Pflegekasse abzurechnen.

  4. 4.

    Lieferung erhalten

    Nach Genehmigung kommt das Pflegepaket monatlich automatisch nach Hause. Eine Anpassung der Produkte ist jederzeit möglich.

Häufige Fragen zum Pflegepaket

Was zählt zu Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch?
Zum Verbrauch zählen Produkte, die nach einmaligem oder kurzem Gebrauch entsorgt werden — etwa Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Hände- und Flächendesinfektion, Schutzschürzen sowie Mund-Nasen-Schutz.
Wer hat Anspruch auf ein Pflegepaket?
Versicherte mit anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5, die zu Hause gepflegt werden — durch Angehörige, Bekannte oder ergänzend durch einen ambulanten Pflegedienst. Bei vollstationärer Pflege im Heim besteht in der Regel kein Anspruch.
Was kostet das Pflegepaket?
Für Versicherte fallen keine Kosten an, solange der monatliche Pauschalbetrag der Pflegekasse nicht überschritten wird. Der Anbieter rechnet die Kosten direkt mit der Pflegekasse ab.
Worin unterscheidet sich das Pflegepaket von Pflegegeld und Entlastungsbetrag?
Pflegegeld ist eine Geldleistung an die pflegebedürftige Person, der Entlastungsbetrag eine zweckgebundene Leistung für Betreuung und Hauswirtschaft. Das Pflegepaket ist eine eigenständige Sachleistung — alle drei können parallel in Anspruch genommen werden.