Pflegepaket: 42 Euro pro Monat — so funktioniert die Regelung
Die Pflegekasse übernimmt aktuell bis zu 42 Euro pro Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Hier lesen Sie, wie der Pauschalbetrag aufgeteilt wird und worauf zu achten ist.
Was die 42-Euro-Regelung umfasst
Versicherte mit anerkanntem Pflegegrad und häuslicher Pflege haben Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Aktuell sieht der Gesetzgeber dafür einen Pauschalbetrag von bis zu 42 Euro pro Monat vor (§ 40 SGB XI). Der Betrag bezieht sich auf den Endkundenpreis der gelieferten Produkte und schließt die Lieferung mit ein.
Was über die Pauschale finanziert wird
- Einmalhandschuhe. Größter Verbrauchsposten in vielen Pflegehaushalten.
- Bettschutzeinlagen. Saugend oder waschbar, häufig im Pflegealltag.
- Händedesinfektion und Flächendesinfektion. Hygiene für Pflegende und pflegebedürftige Person.
- Schutzschürzen. Folienschürzen für Pflegehandgriffe mit Flüssigkeiten.
- Mund-Nasen-Schutz. Vor allem bei infektgefährdeten Pflegesituationen.
Was nicht über die Pauschale läuft
- Pflegegeld. Eigene Leistung an die pflegebedürftige Person, abhängig vom Pflegegrad.
- Entlastungsbetrag. Bis zu 125 Euro pro Monat — zweckgebunden für Betreuung und Hauswirtschaft.
- Pflegesachleistungen. Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst — eigener Abrechnungsweg.
- Pflegehilfsmittel zur Wiederverwendung. Pflegebett, Toilettenstuhl, Hausnotruf — separater Antrag.
Wenn die 42 Euro nicht ausreichen
Bei aufwändiger Pflege — etwa bei mehreren Pflegeeinsätzen pro Tag — kann das gesetzliche Budget knapp werden. In solchen Fällen können Versicherte beim Anbieter weitere Produkte privat dazu bestellen. Die Pflegekasse übernimmt allerdings nicht mehr als den gesetzlichen Pauschalbetrag — alle darüber hinausgehenden Kosten tragen Versicherte selbst.
So nutzen Sie das Budget sinnvoll
- Bedarf jeden Monat prüfen. Was haben Sie diesen Monat tatsächlich verbraucht? Eine kurze Bestandsprüfung hilft, das Pflegepaket realistisch zusammenzustellen.
- Produktarten priorisieren. Setzen Sie zuerst auf das, was Sie täglich brauchen (Handschuhe, Desinfektion). Saisonale Produkte (Mundschutz) können flexibel ergänzt werden.
- Monatlich anpassen. Verändert sich die Pflegesituation — Krankenhausaufenthalt, neuer Pflegegrad, mehr Pflegeeinsätze — passen Sie das Pflegepaket entsprechend an.